the blog

Südafrika I

Schon lange stand Südafrika auf meiner Reisewunschliste. Im März war es dann endlich so weit, ich war grade mal zwei Tage aus Island zurück, da stand ich schon wieder mit gepacktem Koffer am Frankfurter Flughafen.

Unser Südafrika Abenteuer sollte in Johannesburg starten. Hier verbrachten wir die erste Nacht in einem Airb’n’b Loft im Künstlerviertel Maboneng. Definitiv eine gute Wahl, den hier konnte man ganz entspannt durchs Viertel streifen und auch Abends war der Weg zu Restaurants und Bars nicht weit. Da wir leider nicht im Voraus eine Tour durch Soweto oder ähnliches gebucht hatten, entschieden wir uns Johannesburg auf eigen Faust zu erkunden. Vielleicht etwas sehr naiv von uns, denn schon als wir Maboneng verließen waren wir die einzigen weißen und zogen alle Blicke auf uns. Ein etwas unbehagliches Gefühl wenn man auf einmal anders als alle anderen ist. So waren wir mehr als froh als wir endlich in dem Studentviertel Braamfontein ankamen. Hier waren wir nicht mehr die einzigen weißen und man schenkte uns nicht mehr so viel Aufmerksamkeit. Das Stadtzentrum von Johannesburg ist im übrigen sehr heruntergekommen, dreckig und laut, also definitiv nicht sehenswert. Deshalb als kleiner Tipp am Rande: Einfach ein UBER nehmen um von A nach B zu kommen, ist super günstig und auch sehr sicher.

Mit noch einem etwas mulmigen Gefühl fuhren wir wieder zurück nach Maboneng und verbrachten hier noch entspannt unseren späten Nachmittag. Als wir Abends etwas essen gehen wollten wurden wir von unseren Flurnachbarn für den Abend aufs Rooftop eingeladen. Eigentlich waren wir schon super müde, doch wir wollten die nette Einladung nicht ausschlagen und zumindest mal kurz vorbei schauen. Auf dem Dach trafen wir ganz viele junge Künstler (unser Loft war eins der vielen Apartments in einem Künstlerapartment Gebäude) die uns alle mit einer sehr herzlichen und gastfreundlichen Art begrüßten. Man verlor sich in Gesprächen über Musik, Design und Reisen und die Stunden verflogen nur so. Spät in der Nacht fielen wir dann müde aber glücklich ins Bett, was für ein ereignisreicher erster Tag. Mit positiven wie auch negativen Erfahrungen, aber am Ende siegten die positiven und die Begegnungen mit unheimlich freundlichen Menschen.

Nach einer viel zu kurzen Nacht mussten wir schon früh wieder raus. Wir gingen zu dem süßen Bauwagen den wir am Vortag gesehen hatten um dort zu frühstücken. Dann packten wir unsere Koffer wieder zusammen, verabschiedeten uns noch von ein paar Leuten und machten uns auf den Weg zu unserer Mietwagenstation.

Nach etwas hin und her wegen dem Mietwagen konnten wir uns dann zwei Stunden später als geplant endlich auf den Weg nach Vaalwater machen. Wir fuhren ca 3,5 Std Richtung Norden um hier unser erste Safariziel zu erreichen. Hier, in der Nähe von Vaalwater, hatten wir uns für zwei Nächte ein Häuschen im Game Reserve Kololo gebucht. Schon als wir das Tor passierten konnten wir eine Herde Gnus in der Ferne erspähen und eine Wildschweinfamilie graste friedlich vor der Rezeption. Wir wurden gleich herzlich in Empfang genommen und mit zwei leckeren Erfrischungsgetränken begrüßt. Wir durften eine schöne kleine Hütte in der Nähe des Restaurant beziehen und hatten von unserer Terrasse aus einen tollen Blick in die Ferne. Um 16 Uhr ging es dann endlich los unser erster kleiner Game Drive. Als der Wagen los fuhr und wir über die unbefestigten Straßen holperte, ein mir vertrauerter sommerlicher Duft wie ich ihn aus Australien kannte in die Nase stieg, überkamen mich schon die ersten Glücksgefühle. Wenige Minuten später kreuzten dann auch schon die erste Impalas unseren Weg. Es folgten Zebras, Gnus, Warzenschweine, Kudus und viele weitere Tiere. Die Kamera legt ich gar nicht mehr beiseite, ich war gefesselt von den ersten Tierbegegnugen und konnte mich nicht satt sehen. Die Giraffen sah ich erst als wir schon kurz vor ihnen standen. Sie waren gut getarnt zwischen den Bäumen und schienen sich durch uns nicht vom fressen abhalten zu lassen. Unser Guide hielt an und ließ uns aussteigen. Neugierig beobachtete der Giraffenbulle mich als ich nach Anweisung des Guide mich ihm vorsichtig bis auf ein paar Meter Entfernung näherte. Während die anderen schon über die Snacks uns Getränke herfielen war ich noch immer ganz fasziniert von dieser Tierwelt. Die Sonne ging langsam unter und der Moment hätte perfekter nicht sein können.

Nach einer Weile fuhren wir dann zurück ins Village. Am ersten Abend erwartete uns hier ein traditionelles afrikanisches Grillbuffet. So saßen wir da alle mit leckerem Essen ums Feuer und ließen den Abend gemeinsam ausklingen.

Um fünf Uhr früh klingelte dann auch schon wieder unser Wecker. Unser erster Big 5 Gamedrive ins Nachbarreserve Welgevonden stand an. Noch etwas müde und in dicken Jacken eingepackt trafen wir uns alle beim Jeep. Die Sonne war noch nicht aufgegangen und schon kurz nachdem wir da Tor passierten erspähte einer von uns gleich drei Nashornbullen die dort genüsslich frühstückten. Wir standen nur 3 Meter entfernt von diesen wahnsinnig schönen Tieren und es sollten nicht die einzigen auf dieser Tour sein. Wir fuhren immer weiter rein nach Welgevonden und die ersten Sonnenstrahlen streiften den Horizont. Vorbei an einer Gruppe Zebras stoppte Lynette plötzlich den Jeep und nur wenige Sekunden später wussten wir wieso. In der der Ferne konnten wir das Gebrüll eines Löwens vernehmen. Kurzerhand drehte sie den Jeep, fuhr ein paar Meter zurück und bog dann in einen andern Weg ab. Immer wieder hörten wir den Löwen, aber sehen konnten wir ihn nicht. Nach einer Weile fuhren wir wieder etwas zurück und dann konnten wir ihn tatsächlich in der Ferne erspähen. Ein wunderschönes Löwenmännchen, scheinbar auf der Suche nach seinen Mädels, stolzierte entspannt durchs hohe Gras.

Wir versuchten ihm zu folgen, in der Hoffnung auf die Löwinnen zu stoßen, doch da sein Gebrüll auch weiterhin unbeantwortet blieb entschieden wir nach eine Weile abzulassen und die Elefanten suchen zu gehen. Auf unserem Weg begegneten wir weiteren Gnus und Zebra Herden und auch Nashörner kreuzten immer wieder unseren Weg. Die Elefanten konnte ich tatsächlich erst sehen als wir direkt vor ihnen standen. Gut getarnt standen sie auf einem Hügel im Gebüsch. In einem Tümpel in der Ferne konnten wir auch noch die Ohren einer Hippofamilie erspähen, sie waren aber doch noch ganz schön weit weg. Dennoch eine sehr erfolgreiche Ausbeute auf unserem ersten großen Game Drive.

Das besondere an Kololo ist, das auf dem Gelände selbst keine gefährlichen Wildtiere leben. Aus dem Grund darf man als Besucher selbst mit dem Fahrrad auf Erkundungstour gehen was wir am frühen Nachmittag auch gleich machten. Da es jetzt doch noch ziemlich warm geworden war hatten sich zwar viele Tiere ins Gebüsch zurück gezogen, aber die üblichen Verdächtigen konnten wir trotzdem erspähen. Am Abend waren wir dann mit zwei Holländerinnen noch die einzigen Gäste in Kololo und konnten unseren letzten kleinen Sundowner Game Drive am  Abend noch mal in vollen Zügen genießen. Obwohl Kololo recht überschaubar ist und wir am Nachmittag auch schon mit dem Fahrrad wieder viel erkundet hatten, zeigte uns Vincent noch neue Ecken. Neben weiteren Infos über die einzelnen Tiere konnten wir von ihm auch interessante Sachen über Flora und Fauna erfahren. Unseren Sundowner tranken wir dann auf dem Kololohill von dem aus wir einen tollen Blick auf Kololo und auch das benachbarte Welgevonden hatten. Und auch wenn wir hier nicht zwischen Wildtieren saßen war es doch ein schöner Abschluss unseres Aufenthalts in Kololo. Am nächsten Morgen würde unsere Reise weiter gehen.

WELCOME TO THE BLOG

Kategorien